

Verbeamtung auf Probe: Diese Finanzfehler sollten Sie vermeiden
Sicher starten: So schützen Sie Ihr Fundament von Anfang an.

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Verbeamtung auf Probe: Diese Finanzfehler sollten Sie vermeiden
Bei den Verbeamtung auf Probe Finanzen geht es um mehr als nur das erste Beamtengehalt – dieser Schritt ist für viele der Start in echte finanzielle Stabilität und langfristige Sicherheit. Doch genau in dieser Phase passieren Fehler, die sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte auswirken können. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, profitiert ein Berufsleben lang. Wer sie ignoriert, verschenkt bares Geld und wertvolle Absicherung.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche fünf Finanzfehler in der Beratungspraxis am häufigsten vorkommen – und wie Sie sie vermeiden. Mehr zu den Finanzen zum Berufsstart für Beamte erfahren Sie hier.
In diesem Artikel lernen Sie:
Das Wichtigste in Kürze
Fehler 1: Ohne Berufsunfähigkeitsschutz droht in der Probezeit bis zu 100 % Einkommensverlust.
Fehler 2: Die Probezeit-Besonderheiten bei der Krankenversicherung werden oft ignoriert.
Fehler 3: Vermögensaufbau auf später verschieben verschenkt wertvolle Jahre.
Fehler 4: Haftungsrisiken im Dienst werden häufig unterschätzt.
Fehler 5: Steuerpotenziale während der Probezeit bleiben oft ungenutzt.
Wir sind ein Team unabhängiger Finanzberater und Versicherungsexperten mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Wir wissen, wie überwältigend Versicherungs- und Finanzthemen sein können – deshalb nehmen wir uns die Zeit, die es braucht. Kein Fachjargon, kein Druck – nur ehrliche, verständliche Beratung, damit Sie gute Entscheidungen treffen können. Ob bei PKV, BU oder Vermögensaufbau.
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Die Informationen können sich regelmäßig ändern. Trotz sorgfältiger Recherche und Fachkenntnis übernehme ich keine Gewähr oder Haftung für Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit.
Fehler 1: Fehlender Berufsunfähigkeitsschutz in der Probezeit
Simon, 29, Beamter auf Probe – ohne Absicherung ins Risiko
Simon, 29, gerade auf Probe verbeamtet, dachte lange: „Ich bin jetzt Beamter, da ist doch alles abgesichert.“ Das stimmt – aber erst nach der Probezeit. Genau hier liegt eine der größten Fallen rund um die Verbeamtung auf Probe. Wer während der Probezeit – in der Regel zwei bis drei Jahre – dienstunfähig wird und nicht verbeamtet werden kann, erhält keine Pension. Als Beamter auf Probe hat man noch keine ausreichenden Dienstjahre gesammelt, um Versorgungsansprüche geltend zu machen. Im schlimmsten Fall steht man ohne Einkommen da und muss auf Bürgergeld zurückgreifen.
Eine Dienstunfähigkeitsklausel in einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb in dieser Phase unverzichtbar. Achten Sie darauf, dass der Vertrag explizit auf die beamtenrechtliche Dienstunfähigkeit abstellt – nicht nur auf die allgemeine Berufsunfähigkeit. Eine gute BU-Police für Beamte kostet je nach Alter und Gesundheitszustand zwischen 40 und 100 Euro im Monat – im Vergleich zum Risiko ein überschaubarer Betrag. Am besten schließt man die BU möglichst früh ab, idealerweise schon vor der Verbeamtung auf Probe, da man dann in der Regel noch jünger und gesünder ist. Jeder Monat ohne Schutz ist ein unnötiges Risiko – Simon hat seinen Vertrag deshalb noch vor Dienstantritt unterschrieben.
Fehler 2: Krankenversicherung falsch wählen oder zu spät optimieren
Simons Kollegin Nadine – drei Jahre mit dem falschen Tarif
Als Beamter auf Probe besteht Anspruch auf Beihilfe – der Dienstherr übernimmt je nach Familienstand meist 50 oder ab zwei Kindern 70 Prozent der Krankheitskosten. Den Rest deckt eine private Krankenversicherung ab. Trotzdem verzichten viele darauf, die PKV sofort zu optimieren – und zahlen damit dauerhaft zu viel. Simons Kollegin Nadine hatte drei Jahre lang einen Tarif, der eigentlich für Angestellte konzipiert war, nicht auf den Beihilfeanspruch von Beamten zugeschnitten.
Häufige Fehler in diesem Bereich: den passenden Beihilfe-Ergänzungstarif nicht vollständig ausschöpfen, einen PKV-Tarif wählen, der nicht auf Beamte zugeschnitten ist, Vorsorgeuntersuchungen und Heilpraktiker-Leistungen nicht mitversichern, und Zuzahlungsregelungen im Tarif nicht verstehen. Gerade für Akademiker und Referendare, die aus der gesetzlichen Krankenversicherung wechseln, lohnt sich ein genauer Vergleich. Der Einstieg in die PKV zu Beginn der Beamtenlaufbahn ist preislich deutlich günstiger als ein späterer Wechsel. Mehr zum PKV-Einstieg als Referendar erfahren Sie hier.
Fehler 3: Vermögensaufbau auf die lange Bank schieben
Fünf Jahre Verzögerung kosten Simon fast 100.000 Euro
„Ich fange an zu sparen, wenn ich verbeamtet bin auf Lebenszeit“ – diesen Satz hört man in der Beratungspraxis regelmäßig, und er ist einer der teuersten Denkfehler rund um die Finanzen in der Probezeit. Denn der Zinseszinseffekt arbeitet ausschließlich mit Zeit. Wer mit 28 Jahren beginnt statt mit 33, kann am Ende deutlich mehr Vermögen aufbauen – bei identischer monatlicher Sparrate.
Ein konkretes Rechenbeispiel: Wer mit 28 Jahren monatlich 200 Euro anlegt und eine durchschnittliche Rendite von 6 Prozent erzielt, hat mit 67 Jahren rund 398.000 Euro angespart. Wer erst mit 33 Jahren beginnt, kommt auf rund 292.000 Euro. Fünf Jahre Verzögerung kosten also über 100.000 Euro – ohne dass ein einziger Euro weniger eingezahlt wurde. Für Beamte bieten sich dabei verschiedene Anlageformen an: ETF-Sparpläne auf breit gestreute Indizes, fondsgebundene Rentenversicherungen mit steuerlichen Vorteilen, oder Immobilien als langfristige Sachwertanlage. Die Beamtenpension ist zwar eine solide Basis, reicht in vielen Fällen aber allein nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten – ergänzender Vermögensaufbau ist deshalb kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Fehler 4: Haftungsrisiken im Berufsalltag unterschätzen
Warum Nadine heute eine Diensthaftpflicht hat
Beamte haften persönlich, wenn sie in Ausübung ihres Dienstes vorsätzlich oder grob fahrlässig handeln. Im schlimmsten Fall kann der Dienstherr Regress nehmen. Besonders betroffen sind Berufsgruppen wie Lehrkräfte, Polizistinnen und Polizisten, Verwaltungsbeamte oder Juristinnen und Juristen im Referendariat. Wer während der Verbeamtung auf Probe keine passende Diensthaftpflichtversicherung abschließt, setzt sich einem vermeidbaren Risiko aus. Die gute Nachricht: Solche Policen sind für Beamte oft günstig und bereits ab 40 bis 80 Euro jährlich erhältlich.
Zusätzlich empfiehlt sich eine private Haftpflichtversicherung – sie kostet im Schnitt weniger als 100 Euro im Jahr und schützt im privaten Bereich vor Forderungen Dritter in hoher Höhe. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.
Fehler 5: Steuerliche Möglichkeiten in der Probezeit nicht nutzen
Simon hat 950 Euro zurückbekommen – nur weil er die Steuererklärung abgab
Steueroptimierung ist ein oft unterschätztes Thema bei der Verbeamtung auf Probe. Dabei bieten sich gerade in den ersten Berufsjahren attraktive Möglichkeiten: Werbungskosten wie Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildungen, Homeoffice-Pauschale und Fahrtkosten lassen sich steuerlich geltend machen. Wenn der Dienstbeginn einen Umzug erfordert, sind viele Umzugskosten abzugsfähig. PKV-Beiträge und bestimmte Versicherungsprämien zählen als Vorsorgeaufwendungen und sind steuerlich absetzbar.
Auch die Riester-Rente kann für Beamte interessant sein: Als Beamter ist man grundsätzlich unmittelbar zulageberechtigt und erhält jährlich die Grundzulage sowie gegebenenfalls Kinderzulagen. Wichtig dabei: Es muss einmalig eine Einwilligungserklärung gegenüber der Bezügestelle abgegeben werden, damit die Meldedaten für die Förderung übermittelt werden – ohne diese Einwilligung entfällt die unmittelbare Förderberechtigung. Zu beachten ist außerdem: Neue Riester-Verträge können nur noch bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, danach löst ein neues Altersvorsorgedepot das Produkt ab. Wer noch profitieren möchte, sollte sich zeitnah beraten lassen. Simon hat für sein erstes Jahr als Beamter auf Probe eine vollständige Steuererklärung eingereicht und knapp 950 Euro zurückbekommen – Geld, das viele Kolleginnen und Kollegen liegen lassen, weil sie keine oder nur eine unvollständige Erklärung abgeben.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage- oder Anlageberatung dar. Für steuerliche Beratung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.
FAQ: Häufige Fragen zu Finanzen bei der Verbeamtung auf Probe
Was passiert, wenn ich in der Probezeit dienstunfähig werde?
Wie hoch ist die Beihilfe während der Verbeamtung auf Probe?
Ab wann sollte ich als Beamter auf Probe mit dem Vermögensaufbau beginnen?
Brauche ich als Beamter eine Diensthaftpflichtversicherung?
Können Beamte noch von der Riester-Rente profitieren?
Lohnt sich eine Steuererklärung während der Probezeit?
Das Fundament vollständig absichern: Das gehört dazu
Ohne diese zwei Bausteine bleibt Ihre Planung lückenhaft
Ein guter Start in die Verbeamtung ist nur so stark wie die Absicherung dahinter. Diese zwei Bausteine sollten Sie parallel mitdenken:
Notgroschen zuerst: Bevor investiert wird, sollten 3 bis 6 Nettomonatsgehälter als liquide Reserve bereitstehen. Mehr zum Notgroschen aufbauen erfahren Sie hier.
Beamtenversorgung im Blick behalten: Auch bei planmäßiger Laufbahn entstehen im Ruhestand oft Lücken. Mehr zur Beamtenversorgung erfahren Sie hier.
Die beschriebenen Fehler bei den Verbeamtung auf Probe Finanzen lassen sich allesamt vermeiden – und zwar ohne großen Aufwand, wenn man weiß, wo man ansetzen muss. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre persönliche Ausgangslage aussieht und welche Schritte für Sie als Beamter auf Probe sinnvoll sind, freue ich mich auf ein unverbindliches Gespräch.
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