Beihilfe für Anwärter in Sachsen: Sätze und Antrag
Wie Anwärterinnen und Anwärter in Sachsen zwischen individueller und pauschaler Beihilfe wählen, welche Bemessungssätze gelten und worauf es bei der unwiderruflichen Entscheidung ankommt.
Franziska, 23, sitzt am Ende ihres ersten Ausbildungsmonats an der Hochschule der Sächsischen Polizei über einem Formular des Landesamts für Steuern und Finanzen: Sie soll sich zwischen individueller und pauschaler Beihilfe entscheiden – unwiderruflich. Beihilfe für Anwärter in Sachsen bedeutet für sie konkret: Als Beamtin auf Widerruf erhält sie ohne Kind einen Bemessungssatz von 50 Prozent, mit einem Kind steigt er auf 70 Prozent, ab zwei Kindern auf 90 Prozent. Welche Variante zu ihrer Situation passt, entscheidet sich an genau diesem einen Formular.
Was Beihilfe grundsätzlich leistet, erkläre ich in meinem Beitrag Was ist Beihilfe?. Für die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung während der Ausbildung lohnt zusätzlich ein Blick in meinen Beitrag Kosten der privaten Krankenversicherung für Beamte.
Das Wichtigste in Kürze
Bemessungssatz seit 1. Januar 2024: Anwärterinnen und Anwärter in Sachsen erhalten 50 % ohne Kind, 70 % mit einem Kind und 90 % ab zwei Kindern (Quelle: Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen).
Zwei Systeme stehen zur Wahl: die individuelle Beihilfe zu tatsächlichen Kosten oder die seit 2024 mögliche pauschale Beihilfe mit einem festen Zuschuss von 50 % zum Krankenversicherungsbeitrag.
Sachsen ist eine Ausnahme: Nur sieben Bundesländer bieten die pauschale Beihilfe überhaupt an, Sachsen gehört dazu.
Die Entscheidung für die pauschale Beihilfe ist unwiderruflich und bleibt bei 50 % – unabhängig davon, ob später Kinder hinzukommen.
Die Öffnungsaktion gilt sechs Monate: Innerhalb dieser Frist nehmen teilnehmende PKV-Versicherer Sie ohne lange Gesundheitsprüfung auf, der Risikozuschlag ist auf 30 % gedeckelt.
In einem kostenfreien Erstgespräch zeige ich Ihnen in 30 Minuten, welche der beiden Beihilfe-Varianten zu Ihrer Lebensplanung passt.

Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, BU und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften statt nur einem Produkt.
Warum die Beihilfe-Entscheidung für Anwärterinnen und Anwärter in Sachsen gleich zu Beginn zählt
Mit der Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden Anwärterinnen und Anwärter Beamtinnen und Beamte auf Widerruf. Nach § 80 Sächsisches Beamtengesetz besteht der Beihilfeanspruch bereits ab dem ersten Tag, solange Anwärterbezüge gezahlt werden. Damit beginnt auch sofort die Frage, wie dieser Anspruch am besten genutzt wird.
Zwei Entscheidungen fallen praktisch gleichzeitig: Erstens, ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung die passende Ergänzung zur Beihilfe ist. Zweitens, ob die klassische individuelle Beihilfe oder die seit 2024 neu eingeführte pauschale Beihilfe gewählt wird. Sachsen gehört neben Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Thüringen zu den bislang nur sieben Bundesländern, die dieses pauschale Modell überhaupt anbieten.
Individuelle oder pauschale Beihilfe: Was in Sachsen unwiderruflich ist
Die individuelle Beihilfe erstattet einen Prozentsatz der tatsächlich entstandenen Krankheitskosten – den Bemessungssatz. Üblich ist die Kombination mit einer beihilfekonformen privaten Krankenversicherung, die genau den verbleibenden Anteil abdeckt, den die Beihilfe nicht übernimmt.
Die pauschale Beihilfe funktioniert anders: Der Dienstherr zahlt einen festen monatlichen Zuschuss von 50 Prozent zum Beitrag einer vollständigen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung. Dieser Zuschuss bleibt immer bei 50 Prozent, unabhängig vom individuellen Bemessungssatz – auch wenn später Kinder hinzukommen und der Bemessungssatz bei der individuellen Beihilfe auf 70 oder 90 Prozent steigt.
Eine Besonderheit für Beamtinnen und Beamte auf Widerruf: Die Entscheidung gilt zunächst nur für das Widerrufsverhältnis. Wer nach bestandener Prüfung zur Beamtin oder zum Beamten auf Probe ernannt wird, beginnt ein neues Beamtenverhältnis und trifft die Wahl zwischen individueller und pauschaler Beihilfe dann erneut.
Beihilfe für Anwärter in Sachsen: Die Bemessungssätze im Überblick
Die folgenden Bemessungssätze der individuellen Beihilfe gelten in Sachsen seit der Reform zum 1. Januar 2024 (Stand: 15. Dezember 2025, Quelle: Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen).
| Personengruppe | Bemessungssatz |
|---|---|
| Anwärterinnen und Anwärter ohne Kind | 50 % |
| mit einem berücksichtigungsfähigen Kind | 70 % |
| ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern | 90 % |
| Berücksichtigungsfähige Ehegatten und Lebenspartner (Regelfall) | 70 % oder 90 %, je nach Fallkonstellation |
| Berücksichtigungsfähige Kinder | grundsätzlich 90 % |
Was das konkret bedeutet, zeigt ein Beispiel: Franziska bezieht als Polizeianwärterin im gehobenen Dienst Anwärterbezüge der Gruppen A9 bis A11 von 1.643,69 Euro monatlich (Stand: 1. April 2026). Bleibt sie ohne Beihilfeoptimierung freiwillig gesetzlich versichert, zahlt sie den ermäßigten Beitragssatz für Beamte von 14,0 Prozent zuzüglich eines durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 2,9 Prozent sowie 4,2 Prozent Pflegeversicherung als Kinderlose ab 23 Jahren – zusammen 21,1 Prozent, also rund 347 Euro monatlich, ohne jeden Zuschuss des Dienstherrn.
Entscheidet sie sich stattdessen für die individuelle Beihilfe mit 50 Prozent Bemessungssatz, muss eine beihilfekonforme private Krankenversicherung nur noch die verbleibenden 50 Prozent ihres Risikos absichern – bei entsprechend geringerem Beitrag. Mehr zu den tatsächlichen Kosten einer solchen Tarifwahl lesen Sie in meinem Beitrag Kosten der privaten Krankenversicherung für Beamte.
So wählen Sie zwischen individueller und pauschaler Beihilfe
Da die Entscheidung unwiderruflich ist, lohnt sich vorab ein strukturierter Blick auf die eigene Lebensplanung. Diese Fragen helfen bei der Einordnung:
Ist eine Familiengründung absehbar? Die individuelle Beihilfe steigt automatisch mit der Kinderzahl auf 70 oder 90 Prozent, die pauschale Beihilfe bleibt dauerhaft bei 50 Prozent.
Soll es die gesetzliche oder die private Krankenversicherung sein? Beide lassen sich mit der pauschalen Beihilfe kombinieren, nur die PKV typischerweise mit der individuellen Beihilfe und niedrigeren Beiträgen.
Wie wichtig ist geringer Verwaltungsaufwand? Bei der pauschalen Beihilfe entfällt das Sammeln und Einreichen einzelner Rechnungen, bei der individuellen Beihilfe nicht.
Ist die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion im Blick? Sie betrifft nur den Weg über eine private Krankenversicherung mit individueller Beihilfe.
Ist die Unwiderruflichkeit der pauschalen Beihilfe wirklich verstanden? Ein späterer Wechsel zurück zur individuellen Beihilfe ist im selben Beamtenverhältnis ausgeschlossen.
Bevor Sie das unwiderrufliche Formular unterschreiben: Sichern Sie sich einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch, in dem wir Ihre persönliche Situation gemeinsam durchrechnen.
Die häufigsten Fehler beim Beihilfeantrag in Sachsen
In der Beratungspraxis wiederholen sich bei Anwärterinnen und Anwärtern in Sachsen dieselben Fehler:
Die pauschale Beihilfe wird ohne Vergleich gewählt: Wer nur auf den geringeren Verwaltungsaufwand schaut, übersieht häufig, dass der Zuschuss bei späteren Kindern nicht mitwächst.
Die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion verstreicht ungenutzt: Wer sie verpasst, braucht für die PKV später eine reguläre Gesundheitsprüfung ohne gedeckelten Zuschlag.
Die fehlende Rückwirkung der pauschalen Beihilfe wird unterschätzt: Sie wird erst ab dem Monat nach Antragseingang beim Landesamt für Steuern und Finanzen gezahlt, eine rückwirkende Zahlung ist ausgeschlossen.
Die Zwei-Jahres-Frist für individuelle Beihilfeanträge wird vergessen: Belege müssen innerhalb von zwei Jahren nach Entstehen der Kosten eingereicht werden, sonst verfällt der Anspruch.
Material- und Laborkosten beim Zahnersatz werden falsch eingeschätzt: Diese sind in Sachsen nur zu 60 Prozent beihilfefähig, nicht wie andere zahnärztliche Leistungen zum vollen Bemessungssatz.
Öffnungsaktion und Fristen: Der richtige Zeitpunkt zum Handeln
Mehr zur Öffnungsaktion und ihren Voraussetzungen lesen Sie in meinem Beitrag Öffnungsaktion PKV für Beamte. Für Anwärterinnen und Anwärter in Sachsen gilt dabei dieser zeitliche Ablauf:
Ab Tag 1 des Vorbereitungsdienstes: Der Beihilfeanspruch besteht sofort, die Wahl zwischen individueller und pauschaler Beihilfe kann getroffen werden.
Innerhalb von sechs Monaten: Wer in die private Krankenversicherung wechseln will, sollte die Öffnungsaktion mit gedeckeltem Risikozuschlag von maximal 30 Prozent nutzen.
Bei Entscheidung für die pauschale Beihilfe: Der schriftliche Antrag beim Landesamt für Steuern und Finanzen wirkt erst ab dem Folgemonat des Antragseingangs.
Bei Übernahme auf Probe nach bestandener Prüfung: Die Entscheidung für oder gegen die pauschale Beihilfe muss im neuen Beamtenverhältnis erneut getroffen werden.
Herr Sibert hat eine sehr starke, lösungsorientierte und kompetente Kommunikation, die es sehr leicht macht, Sachverhalte zu verstehen. Ich fühle mich sehr gut beraten und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.
Lisa G., Diplom-Verwaltungswirtin – Bewertung auf ProvenExpert
Häufige Fragen zur Beihilfe für Anwärter in Sachsen
Wie hoch ist die Beihilfe für Anwärter in Sachsen?
Anwärterinnen und Anwärter ohne Kind erhalten seit dem 1. Januar 2024 einen Bemessungssatz von 50 Prozent. Mit einem Kind steigt er auf 70 Prozent, ab zwei Kindern auf 90 Prozent der individuellen Beihilfe.
Was ist die pauschale Beihilfe in Sachsen und für wen lohnt sie sich?
Die pauschale Beihilfe ist ein fester monatlicher Zuschuss von 50 Prozent zum Beitrag einer vollständigen Kranken- und Pflegeversicherung. Sie kann sich eignen, wer dauerhaft freiwillig gesetzlich versichert bleiben möchte und keine steigende Kinderzahl einplant.
Muss ich mich als Anwärterin sofort zwischen individueller und pauschaler Beihilfe entscheiden?
Eine feste Frist gibt es nicht, die pauschale Beihilfe kann jederzeit beantragt werden. Sie wirkt aber erst ab dem Monat nach Antragseingang, eine rückwirkende Zahlung ist ausgeschlossen.
Was ist die Öffnungsaktion und wie lange habe ich dafür Zeit?
Die Öffnungsaktion ist eine Vereinbarung teilnehmender privater Krankenversicherer, die Beamtinnen und Beamte innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses ohne lange Gesundheitsprüfung aufnimmt. Der Risikozuschlag ist dabei auf 30 Prozent gedeckelt.
Wie und wo stelle ich den Beihilfeantrag in Sachsen?
Der Antrag wird schriftlich oder elektronisch beim Landesamt für Steuern und Finanzen gestellt, das für die Beihilfefestsetzung im staatlichen Bereich zuständig ist. Für die pauschale Beihilfe ist zusätzlich ein gesondertes Antragsformular erforderlich.
Verfällt mein Anspruch, wenn ich die Antragsfrist bei der individuellen Beihilfe verpasse?
Ja. Beihilfe zu bereits entstandenen Kosten wird nur gewährt, wenn der Antrag innerhalb von zwei Jahren nach Entstehen der Aufwendungen oder Ausstellung der Rechnung gestellt wird.
Passend zur Beihilfe: Weitere Themen für Ihren Start als Anwärterin oder Anwärter
Neben der Beihilfe-Entscheidung lohnt sich beim Berufsstart ein Blick auf weitere Absicherungen:
Dienstunfähigkeit in den ersten Dienstjahren: Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf haben Sie bei Dienstunfähigkeit kaum Absicherung durch den Dienstherrn. Mehr dazu in Dienstunfähigkeit bei Berufsanfängern. Im Erstgespräch ordnen wir ein, ob und wann sich eine DU-Versicherung neben der Beihilfe für Anwärter in Sachsen für Sie lohnt.
Die passende Tarifwahl bei der PKV: Welche Bausteine für Anwärterinnen und Anwärter sinnvoll sind, erkläre ich in Kosten der privaten Krankenversicherung für Beamte. Gerne rechnen wir im Gespräch Ihren individuellen Fall durch.
Finanzielle Reserve für den Berufsstart: Wer Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung plant, braucht parallel einen Puffer für unerwartete Ausgaben. Wie Sie diesen aufbauen, lesen Sie in Notgroschen aufbauen.
Einen Überblick über alle Themen rund um Beihilfe, PKV und Absicherung im öffentlichen Dienst finden Sie in meinem Ratgeber.
Franziskas Kommilitone Jonas hat sich in der ersten Ausbildungswoche für die pauschale Beihilfe entschieden, weil ein Bekannter sie empfohlen hatte – ohne zu vergleichen, ob sie zu seiner Lebensplanung passt. Franziska hat sich dagegen zwei Wochen Zeit genommen, die Bemessungssätze und die Öffnungsaktion durchzurechnen, und sich für die individuelle Beihilfe mit einer beihilfekonformen PKV entschieden. Für die Beihilfe für Anwärter in Sachsen gilt: Je genauer Sie Bemessungssatz, pauschale Beihilfe und Öffnungsaktion kennen, desto sicherer die Entscheidung, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
Dieses Erstgespräch eignet sich für Sie, wenn Sie kurz vor dem Start Ihres Vorbereitungsdienstes in Sachsen stehen, mitten in der Ausbildung die Öffnungsaktion-Frist im Blick behalten müssen oder als junge Beamtin beziehungsweise junger Beamter die Entscheidung zwischen individueller und pauschaler Beihilfe noch vor sich haben. In 30 Minuten sehen wir gemeinsam, welche Variante zu Ihrer Besoldungsgruppe und Ihrer familiären Planung passt. Wie ich vergütet werde, sage ich Ihnen offen im Gespräch – das kostenfreie Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Die Informationen können sich regelmäßig ändern. Trotz sorgfältiger Recherche und Fachkenntnis übernehme ich keine Gewähr oder Haftung für Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit.
Über mich
Unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter im öffentlichen Dienst. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, Dienstunfähigkeit und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften zur Auswahl.
Kostenfreie, individuelle Beratung
100% kostenfrei & unverbindlich
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren
PKV für Referendare in Rheinland-Pfalz: Der Wechsel
PKV für Referendare in Rheinland-Pfalz: Beihilfesatz, Kosten im Vergleich zur GKV und die Fristen für den Wechsel in die private Krankenversicherung.
mehr erfahren →19. August 2026PKV Referendare Einstieg: Warum 25 der ideale Zeitpunkt ist
Mit rund 25 Jahren stehen Sie am Anfang Ihres Referendariats – und genau jetzt haben Sie die Möglichkeit, sich dauerhaft günstige Beiträge und exzellente…
mehr erfahren →13. August 2026Gehaltserhöhung investieren: So bauen Sie Vermögen auf
Die Gehaltserhöhung ist da – herzlichen Glückwunsch! Aber jetzt kommt die entscheidende Frage: Was machen Sie mit dem zusätzlichen Geld? Die meisten…
mehr erfahren →